Im Wohnmobil durch Asien ohne Strafzettel
Asien galt lange Zeit als unerreichbar für Europäer. Nur waghalsige Kaufleute oder heldenhafte Eroberer trauten sich eine Reise dorthin zu. Heute steigen Urlauber ins Flugzeug und landen auf dem Kontinent wenige Stunden später. Diese Entwicklung löste einen richtigen Tourismus-Boom aus. China, Thailand, Japan oder die Mongolei – Asien hat eine unheimliche Anziehungskraft. Heute fällt es Reisenden oft schwer, sich bei der Planung ihrer Reise für ein Land zu entscheiden. Dieses Problem löst sich von alleine, wenn sich Urlauber Wohnmobile mieten und quer durch den größten Erdteil des Planeten fahren. Dabei können sie auf eigenen Faust Asien erkunden und müssen sich nicht an vorgefertigte Tourismusrouten halten. Einziges Problem: Jedes Land des Kontinents hat seine eigenen Verkehrsregeln, die sich teilweise erheblich von den europäischen unterscheiden.
In China gilt zum Beispiel, dass sich Fahrer und Beifahrer nur auf der Autobahn anschnallen müssen. Wer hinten sitzt, kann den Sicherheitsgurt getrost ignorieren. In anderen asiatischen Ländern fällt die Anschnallpflicht ganz weg. Es empfiehlt sich daher im Vorhinein der Reise die Verkehrsregeln des Urlaubslandes genau zu studieren. Denn teilweise sind die sehr verwirrend. In Indien zum Beispiel müssen sich Autofahrer in Delhi anschnallen, anderswo nicht. Grundsätzlich gilt in dem Land des Freiheitskämpfers Gandhi das Linksfahrgebot.
Neben den Sicherheitsregeln sollten Touristen auch die Geschwindigkeitsgrenzen beachten. Auf allen asiatischen Autobahnen gilt im Gegensatz zu Deutschland ein Tempolimit. In Südkorea und Japan liegt dieses bei 100, in China bei 120 Km/h. Für beide Schnellstraßen müssen sie Kosten für die Maut einplanen. Die Geschwindigkeitsbegrenzungen innerhalb von Ortschaften beträgt in Tokyo 40 in China je nach Region 60 bis 80 Km/h.
Achtung Tempolimits!
Zum Problem werden die Tempolimits dann, wenn sie Urlauber nicht lesen können. Dies ist in einigen Regionen Chinas der Fall – besonders in ländlichen Teilen –, wo Behörden Straßenschilder mit chinesischen Zeichen aufstellen. Wer nicht vorher die Landessprache lernen will, kann sich bei der Autovermietung einen Chauffeur mieten, der das Wohnmobil sicher fährt. Das klingt zunächst komisch und teuer. In Ländern wie China, wo Ausländer für jede Provinz ihren Führerschein extra übersetzen lassen müssen, gehören Chauffeure jedoch zum Alltag und sind erschwinglich.
Ein Chauffeur ist auch dann praktisch, wenn Urlauber zum abendlichen Essen einen Wein trinken wollen. Alkohol am Steuer nehmen nämlich auch die Asiaten nicht auf die leichte Schulter. In der Türkei liegt die Promillegrenze bei 0,5 in Japan sogar bei 0,3. Ganz rigoros sind Indonesier, bei denen überhaupt kein Alkohol am Steuer erlaubt ist. Wer unbedingt eine Geldstrafe vermeiden will, ist auf der sicheren Seite, wenn er gar kein Alkohol zu sich nimmt oder auf den Chauffeur zurückgreift.
Abgesehen von den Verkehrsregeln sollten sich Touristen auch darüber informieren, ob überhaupt und wo Wohnmobile vermietet werden. In einigen Ländern Asiens gibt es einen solchen Service nämlich noch gar nicht. Selbst im Reich der Mitte wurden die ersten Wohnmobile erst 2003 verliehen. Heute bieten Autovermieter im ganzen Land die rollenden Häuser an.